Inhaltsangabe: Schmutzige Kriege von Jeremy Scahill, Teil I


Kapitel 1:
Die Amerikaner erklären eine Woche nach den Terroranschlägen vom 11. September Afghanistan den Krieg und marschieren ein. Zudem veranlasst Bush, dass die amerikanischen Geheimdienste und Spezialeinheiten auf der ganzen Welt Menschen gefangen nehmen und in Gefängnisse stecken können. Von Anwälten lässt er diese Praktiken legalisieren. Dick Cheney und Donald Rumsfeld sind dabei die prägenden Kräfte. 

Kapitel 2:
Anwar al-Awlaki wird in den USA geboren, lebt danach einige Jahre im Jemen - der Heimat seiner Eltern - ehe er wieder in die USA zurückkehrt, um zu studieren. Er will Ingenieur werden, doch aufgrund des Irakkriegs lässt er sich radikalisieren. Er wird Imam, wird jedoch von der amerikanischen Presse nach 9/11 als gemässigter Muslim gefeiert. Trotzdem gerät er auf die Liste der amerikanischen Geheimdienste und daher entscheidet sich al-Awlaki, die USA in Richtung Grossbritannien zu verlassen. 

Kapitel 3:
Cheney und Rumsfeld wollen die ganze Welt zu einem Schlachtfeld machen und den Geheimdiensten, vor allem dem früher in Ungenade gefallenen JSOC, mehr Macht geben. 

Kapitel 4:
Im Jemen ist Präsident Salih seit mehr als 30 Jahren an der Macht und ist sehr geschickt darin, seine politischen Gegner und auch die Regierungen anderer Länder zu manipulieren. Nach 9/11 reist er durch die USA und gibt sich als deren Verbündeter aus. So bekommt er Geld von den USA für die Terrorbekämpfung und amerikanische Soldaten bilden jemenitische Kämpfer in deren Heimat aus.

Kapitel 5:
al-Awlaki kehrt in die USA zurück, wird dort aber von der Polizei festgehalten. Ihm wird vorgeworfen, er habe Menschen für den Dschihad angeworben. 

Kapitel 6:
Abu Ali al-Harithi, einer der mutmasslichen Anführer des Terroranschlags auf das US-Kriegsschiff USS Cole im Jahr 2000, wird von einer bewaffneten Predator-Drohne ausgeschaltet. Es ist das erste Mal, dass jemand von einer amerikanischen Drohne ausserhalb von Afghanistan umgebracht wird. Die Empörung bei Menschenrechtsorganisationen war gross. Die US-Regierung betont jedoch, alles sei gesetzeskonform abgelaufen. 

Kapitel 7:
Dick Cheney will unbedingt den Irak angreifen. Er übt so grossen Druck auf die Geheimdienste aus, die eigentlich gegen eine Invasion des Iraks sind, so dass sie trotzdem irgendwelche fadenscheinige Beweise hervorbringen, die einen Krieg gegen den Irak rechtfertigen. 

Kapitel 8:
Die CIA betreibt auf der ganzen Welt Geheimgefängnisse, die jedoch kaum jemandem auffallen. Rumsfeld findet, dass die Geheimdienste zu lax arbeiten. Er will daher die Folter wieder als Verhörmethode einführen und die Spezialeinheiten wie das JSOC weiter stärken. Zudem sollen diese ohne Kontrolle der CIA und des Parlaments arbeiten können. General Stanley McChrystal ist der Mann, der den weltweiten Krieg von Cheney und Rumsfeld führen soll. 

Kapitel 9:
2003 wird McChrystal Chef des JSOC obwohl er selbst kaum je im Krieg war und seine gute Position vor allem seinen Einschmeichelungstaktiken im Pentagon verdankt. Im Irak hat Paul Bremer als Verwalter komplett versagt, weil er es geschafft hat, mit seinen ersten beiden Amtshandlungen - der Auflösung des irakischen Militärs und die Anhänger der Baathpartei als Staatsmitarbeiter zu entlassen - eine grosse Anzahl Gegner der amerikanischen Besatzung zu schaffen. 

Kapitel 10:
Mohamed Afrah Qanyare ist einer von mehrere Warlords in Somalia, mit denen die CIA zusammenarbeitet und bezahlt, damit sie al-Qaida-Mitglieder in Somalia gefangen nehmen oder töten. Die Einmischung der Amerikaner in Somalia hat zur Folge, dass die Warlords an der Macht bleiben und dass sich andererseits die militanten Muslime (Gegner der Warlords und der USA) in Somalia organisieren und zunehmend an Macht gewinnen. 

Kapitel 11:
Saddam Hussein wird im Irak gestürzt und die Amerikaner verkünden ein schnelles Kriegsende. Doch genau das Gegenteil war der Fall. Aufgrund der unsinnigen Politik Bremers wächst der Widerstand der Iraker gegen die amerikanischen Besatzer. Die Amerikaner müssen aber den immer grösseren Widerstand möglichst schnell niederschlagen, da Bush ja bereits verkündet hat, der Krieg sei vorbei. Die Besatzer wenden daher exzessive Gewalt an und richten Geheimgefängnisse ein, wie beispielsweise das Camp Nama, in dem es zu und her ging wie auf Guantanamo.

Kapitel 12:
Im Camp Nama werden brutalste Methoden und Erniedrigungen angewendet. Die Genfer Konvention wird dabei bewusst verletzt. Experten schätzen zudem, dass 70-90 Prozent der dort festgehaltenen Personen zu Unrecht verhaftet werden. 

Kapitel 13:
Die Aufstände im Irak werden immer aggressiver, doch jetzt können die Amerikaner die Schuld daran al-Qaida in die Schuhe schieben, da diese einen amerikanischen Bürger im Irak vor laufender Kamera  getötet hat. Der Krieg im Irak wird nun als Krieg gegen al-Qaida verkauft. 

Kapitel 14:
Das JSOC läuft der CIA den Rang ab, da es sich an weniger Vorschriften halten muss als die CIA. Die amerikanische Regierung bewilligt zudem weltweite Einsätze. Der Krieg im Irak kostet viel Geld und so bleiben weder Geld noch gute Leute für die Einsätze in Pakistan, wo die al-Qaida viel präsenter ist als im Irak. Daher kommt die Privatarmee Blackwater in Pakistan zum Einsatz. 

Kapitel 15:
Ein JSOC-Soldat bestätigt, dass weltweit Einsätze durchgeführt werden und das JSOC oftmals nur auf Indizienbasis arbeitet. 

Kapitel 16:
Anwar al-Awlakis Predigten werden radikaler, da er das Vorgehen der Amerikaner nicht billigt. Das passt den Amerikanern nicht und sie lassen ihn vom jemenitischen Geheimdienst festnehmen. 17 Monate lang behalten ihn die Amerikaner in Haft, obwohl sie keine Beweise gegen ihn haben. Dann lassen sie ihn frei und al-Awlaki taucht im Jemen unter. 

Kapitel 17:
In Somalia wird der Widerstand gegen die von Amerika bezahlten Warlords stärker. Viele Muslime verstehen den Irakkrieg als Angriff auf den Islam und schliessen sich daher dem Kampf gegen die somalischen Warlords und damit auch gegen die USA an. Der Widerstand in Somalia institutionalisiert sich durch die sogenannten Union islamischer Gerichte. Viele der Mitglieder sind nicht an al-Qaida oder bin Laden interessiert. Sie schliessen sich der Union an, weil sie mit der innenpolitischen Situation Somalias nicht mehr zufrieden sind. Die Union verbündet sich zudem mit den Al Shabaab (einer al-Qaida nahen Organisation) und vertreibt die Warlords. In dieser Situation begehen die Amerikaner den nächsten Fehler. Statt sich mit der vorwiegend friedlichen Union zu verbünden, unterstützen sie Somalias Erzfeind Äthiopien. 

Kapitel 18:
Im Jemen brechen 22 Gefangene aus, einige davon sind ranghohe al-Qaida-Mitglieder. Diese bauen die Organisation im Jemen wieder auf und so erstarkt al-Qaida dort von Neuem. Die USA schätzen die Lage aber falsch ein und kümmern sich nicht um die Geflohenen. Sie verhandeln mit dem Jemen über eher unwichtige Terroristen.

Kapitel 19:
Donald Rumsfeld wird während der zweiten Amtsperiode von Bush durch Robert Gates ersetzt. Der politische und militärische Kurs der Regierung ändert sich deswegen jedoch nicht. Es gibt sogar noch intensivere Bemühungen um Eingriffe in Pakistan. Die Welt wird nach Rumsfeld tatsächlich zu einem grossen Schlachtfeld, wie es seine Vision vorgesehen hatte, denn auch in Afrika und Südasien gibt es immer mehr amerikanische Einsätze durch Spezialeinheiten.

Kapitel 20:
Gerade in Somalia ist das JSOC sehr aktiv und es werden viele Luftangriffe durchgeführt, bei denen es zahlreiche zivile Opfer gibt. Nachdem die Warlords vertrieben wurden und die Union islamischer Gerichte an der Macht war, unterstützten die Amerikaner den gestürzten Präsidenten Sharif. Sie setzen ihn wieder als Präsident ein, obwohl er im Land keinen Rückhalt hat. Das stärkt im Gegenzug Al Shabaab, die grosse Teile Somalias kontrollieren. Dass dies der al Qaida nahestehenden Organisation glingt, ist einzig und allein das Verdienst der USA und ihrer wenig durchdachten Aussenpolitik in Somalia.

Kapitel 21:
Anwar al-Awlakis Ansichten radikalisieren sich nach seiner Freilassung nochmals deutlich. Er zieht in die ländlichen Regionen des Jemen, wo er über einen Blog und Facebook seine Meinungen verbreitet. Den USA gefällt dies gar nicht und sie bringen al-Awlaki in Verbindung mit dem Terrorismus. Jemen wird im Kampf gegen den Terror zunehmend zum zentralen Schauplatz.

Kapitel 22:
Als Obama an die Macht kommt, lässt er viele Politiker aus der Ära Bush, darunter auch Verteidigungsminister Robert Gates, im Amt. Auch sonst führt er den Kurs von Bush weiter und verschärft gar die gezielten Tötungen im Namen der USA.

Kapitel 23:
Obama wird von seinen Mitarbeitern Schritt für Schritt in die Praktiken und Möglichkeiten der Terrorbekämpfung eingeführt. Der neue Präsident lässt praktisch alles beim Alten, mit dem grossen Unterschied, dass er bereits nach acht Monaten im Amt mehr Drohnenangriffe ausführen liess als Bush in acht Jahren.

Kapitel 24:
Im Jemen und in Saudi-Arabien wird die al-Qaida immer stärker.

Kapitel 25:
Al-Awlaki wird von den USA weiter unter Druck gesetzt. Er entschliesst sich, in den Untergrund zu gehen und ruft nun tatsächlich erstmals zu Terrorakten gegen die USA auf. (fba)

Teil II der Inhaltsangabe

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