Inhaltsangabe: Wer den Wind sät von Jerome Lawrence und Robert Edwin Lee


Inhaltsangabe und Charakteranalyse basieren auf dem englischen Originaltext "Inherit the Wind"

Inhalt
Akt 1, Szene 1
Es ist ein grosser Tag für die kleine Stadt Hillsboro: Die Anklage gegen den Lehrer Bertram Cates kommt vor Gericht. Der Mann wird beschuldigt, er habe im Unterricht seinen Schülern die Evolutionslehre beigebracht und dabei die biblische Schöpfungslehre nicht respektiert. Die Stadt putzt sich heraus für diesen Anlass, schliesslich wird hoher Besuch erwartet. Die Anklage übernimmt kein geringerer als Colonel Matthew Harrison Brady, der bereits zwei Mal für das Amt des Präsidenten kandidiert hat und in Hillsboro beinahe wie ein Gott verehrt wird. Zudem sind auch Journalisten vor Ort und berichten über den spektakulären Fall.
Brady wird in der Stadt wie ein Held empfangen, posiert für Fotos und hält eine Ansprache. Seine Anhänger und er sind siegessicher. Das ändert sich, als sie erfahren, wer die Verteidigung von Cates übernimmt: Der legendäre Rechtsanwalt Henry Drummond, der vor keinem Fall zurück schreckt und dabei meist auch gewinnt – egal wie aussichtlos sich die Situation präsentiert. Da Drummond jetzt auch noch die Verteidigung von Frevler Cates übernimmt, wird er von der Bevölkerung von Hillsboro als gottloser Mann abgestempelt.

Szene 2
Rachel, die Tochter des ortsansässigen Pfarrers Brown und ebenfalls Lehrerin an der Schule, wo Cates unterrichtet, sucht im Gerichtssaal nach Bertram Cates. Doch statt Cates findet sie den Journalisten Hornbeck. Die beiden kommen ins Gespräch und dabei zeigt Hornbeck ihr einen Artikel, den er über die anstehende Gerichtsverhandlung geschrieben hat. Darin skizziert er Cates als Helden. Rachel, die heimliche Geliebte von Cates, ist überrascht, dass noch jemand auf der Seite von Cates steht, denn sie hatte vermutet, dass alle geschlossen hinter Brady stehen würden.
Der erste Akt endet mit der Ankunft von Henry Drummond in Hillsboro.

Akt 2 Szene 1
Im Gerichtssaal kreuzen Brady und Drummond ein erstes Mal die Klingen, als es darum geht, die Mitglieder der Jury zu bestimmen. Nach dem ersten Tag versucht Rachel Cates dazu zu bringen, dass er sich schuldig bekennt. Dies, weil sie Angst hat, dass sie gegen ihn aussagen muss, denn Brady will sie im weiteren Verlauf der Verhandlung in den Zeugenstand rufen. Cates hatte ihr im Vertrauen von Darwin und der Evolutionslehre erzählt und sie will dies nicht öffentlich machen. Doch Cates und Drummond haben nicht vor, aufzugeben.
Am Abend des ersten Verhandlungstages findet ein öffentlicher Gottesdienst statt, bei dem Pfarrer Brown ausführlich die biblische Sichtweise der Entstehung der Erde erklärt und Bertram Cates dabei in die Hölle schickt. Rachel hält es nicht mehr aus und will ihren Vater bremsen, doch er wirft sie in denselben Topf wie Cates. Das Publikum ist aus dem Häuschen.

Szene 2
Die Gerichtsverhandlung beginnt mit den Zeugen der Anklage. Zuerst ist der Schüler Howard an der Reihe. Er erzählt, was Cates im Unterricht vermittelt hat, und kurz danach muss Rachel in den Zeugenstand. Sie windet sich, muss am Ende aber dennoch aussagen, dass Cates ihr erzählt hat, dass nicht Gott die Erde sondern die Menschen Gott geschaffen haben.
Dann ist Drummond an der Reihe. Er versucht verschiedene Wissenschaftler in den Zeugenstand zu rufen, damit sie die darwinistische Sichtweise auf die Dinge erklären. Doch das Gericht verbietet es ihm, die Wissenschaftler zu befragen – alle 15 vorgeschlagenen Experten werden abgelehnt. Drummond gerät aus dem Konzept und muss improvisieren. Er entscheidet sich, Brady als Experten der Bibel als Zeugen zu befragen. Drummond konfrontiert seinen ehemaligen Freund mit Ungereimtheiten aus der Bibel. Unter anderem stellt er ihm die Frage, ob denn der erste Tag der Schöpfung nicht hätte länger dauern können als ein Tag, da es damals ja noch keine Sonne gab und man daher die Länge des Tages nicht bestimmen konnte. Brady stimmt zu, worauf Drummond ihm einen Stein mit fossilen Überresten zeigt und ihn fragt, ob es nicht auch sein könne, dass der erste Tag ein paar Millionen Jahre gedauert habe. Brady ist verzweifelt. Er weiss, dass er den Schlagabtausch verloren hat und lässt sich zur Aussage hinreissen, dass Gott ihm direkt sage, was richtig und was falsch sei. Drummond hat das Publikum nun auf seiner Seite.

Akt 3
Die Jury verkündet ihr Urteil. Cates wird schuldig gesprochen und muss eine Geldbusse in der Höhe von 100 Dollar bezahlen. Brady protestiert und die Busse wird auf 500 Dollar, doch Drummond sagt, dass Cates sowieso nichts bezahlen werde und sie den Fall an die nächsthöhere Instanz weiter ziehen werden. Brady bittet um Ruhe, er möchte ein Abschlussplädoyer halten. Doch noch während seiner Rede bricht er im Gerichtssaal zusammen. Man bringt ihn sofort zu einem Arzt, doch der kann nichts mehr tun. Brady verstirbt.
Journalist Hornbeck unterhält sich danach mit Drummond und macht sich über die Engstirnigkeit von Brady lustig. Doch Drummond weist ihn zu Recht und erinnert ihn daran, dass Brady immerhin für seine Überzeugungen eingestanden sei und alles dafür geopfert habe – im Gegensatz zu Hornbeck. Das Stück endet damit, dass Drummond alleine im Gerichtssaal sitzt und seine Ausgabe von Darwins Evolutionstheorie in der einen Hand hält und Bradys Bibel in der anderen. Am Ende packt er die beiden Bücher in dieselbe Tasche und verlässt den dunklen Gerichtssaal.

Charakteranalyse
Matthew Harrison Brady: Im kleinen Städtchen Hillsboro ist Colonel Brady ein Held. Er wird verehrt und beinahe als Gott angesehen. Die Leute hängen an seinen Lippen und sind sich absolut sicher, dass Brady die ungläubigen und mit dem Teufel unter einer Decke steckenden Cates und Drummond im Gerichtssaal in der Luft zerfetzen wird. Brady, der bereits zwei Mal vergeblich für das Amt des Präsidenten kandidiert hat, geniesst das Ganze und ist sich ebenfalls sicher, dass er den Prozess gewinnen wird. Weniger begeistert ist er, als er erfährt, dass sein Weggefährte und ehemaliger Freund Henry Drummond die Verteidigung von Cates übernehmen wird. Die beide respektieren sich nach wie vor, auch wenn Drummond in einem Gespräch unter vier Augen zu Brady sagt, dass sie sich auseinander bewegt haben, weil Brady stehen geblieben sei. Brady ist ein strenggläubiger Mann, für den die Religion und der Glaube an oberster Stelle stehen. Er ist ein Traditionalist und gegenüber Neuerungen wenig aufgeschlossen.

Henry Drummond: Rechtsanwalt Drummond wird im Stück als eindrucksvolle Erscheinung beschrieben – gross, einschüchternd und in einem schwarzen Mantel. Im strenggläubigen Hillsboro munkelt man gar, er sei vom Teufel geschickt worden, weil er den ungläubigen Bertram Cates verteidigt. Drummond ist bekannt für seine brillanten rhetorischen Fähigkeiten, die ihm im Gerichtssaal schon so manchen Sieg eingebracht haben – selbst bei aussichtslosen Fällen. Diese Fähigkeit fürchten auch Brady und die Bewohner von Hillsboro. Selbst das Gericht versucht ihn zu stoppen, in dem es alle 15 Zeugen verweigert, die Drummond im Gerichtssaal zur Verdeutlichung seines Standpunktes aufrufen will. Doch selbst dies hindert Drummond nicht daran, dass er den Fall gewinnt – obwohl die Jury Cates am Ende schuldig spricht.
Drummond ist jedoch kein Unmensch. Seine humane Seite zeigt er am Ende, als er den verstorbenen Brady verteidigt. Und er ist auch keinesfalls ungläubig. Drummond ist lediglich der Meinung, dass eine evolutionistische Sichtweise mit der religiösen kombiniert werden kann. (fba)

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